Scarfs Geschichte

An einem Abend der Mond stand hoch am Himmel begibt sich 'Vertraute Worte' in die Umbra. Sie lässt ein lautes Heulen erklingen:
"Ihani, Freundin, Windgeist ich rufe dich, ich habe dir eine Geschichte von anderen Kontinenten zu berichten, komm und bringe deine Freunde mit!"
Der Wind läst die Blätter singen und zerzaust Vertraute Wortes Fell, ein Schwarm Vögel lässt sich in den Bäumen nieder und schweigt als würden sie warten. 'Vertraute Worte' beginnt in der Sprache der Garou zu erzählen:

"Ich möchte heute ein Versprechen einlösen und euch eine Geschichte erzählen. Es ist die Geschichte wie das Rudel der 'Brennenden Winde' lebte und wie es unterging und jeder soll sie hören, dass ihre Namen nie vergessen werden. Eine Geschichte über Ruhm, Ehre, Stolz und über die Vergebung, die wir nur in uns selber finden können. Es ist die Geschichte von 'Twitch', Adren der Roten Klauen, geboren unter dem vollen Mond als Kind der Wölfe, Alpha des Rudels; 'Tank', Fostern der Fianna, geboren unter dem Dreiviertelmond als Kind der Wölfe; 'Commander', Adren der Nachfahrendes Fenris, geboren unter dem Sichelmond als Kind der Wölfe; 'Gadget', Fostern der Glaswandler, geboren unter dem halben Mond als Kind der Wölfe und es ist die Geschichte von 'Scarf', den wir auch 'Brennender Nebel' nennen, Fostern der Knochenbeißer, geboren unter dem neuen Mond als Kind der Wölfe, der als einziger überlebte und mir diese Geschichte erzählte. Mein Versprechen gilt ihm und für ihn bitte ich euch verbreitet die Geschichte in alle Winde.

Dies ist die Geschichte eines Garou, der seine Brüder und Schwestern verlor. Hört gut zu, und lernt.

Scarf 'Brennender Nebel' wurde geboren als Kind der Wölfe. Aufgezogen von einem Menschen als Haustier, geliebt und geschätzt, näherte er sich wie wir alle irgendwann dem Scheideweg, unserer ersten Wandlung. Doch er hatte nicht das Glück, dass er in einer Septe Halt fand. Als der Zorn in ihm kochte und seine Gestalt sich wandelte war nur einer bei ihm: Der unwissende, doch gütige Mensch, der ihn großzog. Und als Scarf erneut zu sich kam, war ihm nur eins geblieben von seinem einstigen Herrn und Freund, das schwarze Halstuch, das dieser ihm einst schenkte. Er stand da und starrte es an, eine Zeit und noch eine, und dann noch mehr, erstarrt in der Bewegung. Nicht wissend was er war, wo er war, nur, dass er den Menschen, der ihm so viel gab ohne etwas dafür zu verlangen, zerfetzt hatte.
Er hätte wohl so in alle Ewigkeit gestanden, doch seine Rettung war ein anderer Garou.
Woher er auch kam, er stand plötzlich im Zimmer. Er sah den verwirrten jungen Wolf an und sagte: „Hey wer bist du?“
Doch erhielt er keine Antwort, denn Scarf starrte nur weiter auf das Tuch in seinen blutigen Klauen. Der Garou sah ihn an und sprach:
"Okay, dann nenne ich Dich ab jetzt Scarf. Und jetzt komm, wir müssen weg! Erinnere Dich an gestern, als die Welt noch in Ordnung war, und wie du Dich gefühlt hast!"
Und Scarf folgte dem Fremden. Es war 'Gadget', damals noch ein Welpe, der nun mit ihm durch die Reinen Lande zog auf der Suche nach ihres Gleichen, und 'Gadget' lehrte Scarf, was er über unsere Traditionen und Gesetze wusste.
Als sie so durch die Reinen Lande reisten, auf der hoffnungsvollen Suche nach anderen ihrer Art kamen sie durch das Land der Bäume und Berge und des Eises. An einem Waldweg zusammen gekauert liegend sahen sie eine schwer verletzte rote Wölfin. Sie pflegten die Wölfin, mit all ihren Kräften, wollten nicht zulassen, dass diese stirbt. Doch als sie gesundete reagierte sie nicht mit Dank, sie wandelte ihre Form, nahm ihre Kriegsgestalt an, baute sich vor den beiden jungen, hilfsbereiten Wölfen auf und schrie:
"Was fällt Euch ein, mir einen ehrenvollen Tod zu verwehren! Ich entschied mich zu sterben um meine Ehre zu erhalten und IHR habt mir das versagt! Ich sollte Euch dafür vernichten!"
'Gadget' verdrehte die Augen und versetzte ihr einen so heftigen Schlag auf die Schnauze, dass sie vor Schreck und Schmerz wieder die Wolfsgestalt annahm. Die jungen Wölfe fragten sie nun wer sie sei, und sie antwortete:
"Ich bin ein stolzer Krieger Gaias, geboren unter dem Vollen Mond, und in mir fliest das reine Blut der Wölfe der Roten Klauen!"
Und Gadget sagte nur:
"Ah. Kein Name. Weist Du was, ich mach jetzt mit Dir das gleiche wie mit ihm. Ich finde es lustig, wie Dein Auge zuckt, wenn Du Dich aufregst. Ja, genau wie jetzt. Ich nenne Dich einfach 'Twitch'. Und Du bist gern willkommen mit uns zu laufen."
Sie war verwirrt.
"Ihr fragt nicht, warum ich sterben wollte? Welche Schande ich trage?"
Doch die Antwort war einfach.
"Jeder trägt sein Schicksal mit sich. Uns ist es egal wer Du warst, denn wir haben Dich gepflegt, und Dir etwas von uns gegeben. Als Wolf weist Du, was zu tun ist."
Und sie stimmte zu, den Namen zu tragen, der ihr gegeben wurde und schloss sich dem kleinen Rudel an. Sie reisten weiter durch die Lande, oft trafen sie auf die Diener des Wyrm, und nie trafen sie einen, der ihrem Zorn standgehalten hätte.

So zogen sie durch die Lande und ihr Ruf eilte ihnen voraus, als sie schließlich auf eine Septe der Uktena trafen. Sie stellten sich vor, und wie man sich sicher denken kann war das Aufsehen groß, drei Wolfsgeborene, ohne Rang aber schon jetzt bekannt, ein wolfsgeborener Glaswandler, und ein Rudel, in dem eine Rote Klaue ohne Probleme mit einem Glaswandler zusammenläuft...
Doch natürlich kam die Frage auf, warum sie als Welpen durch die Gegend wanderten, ohne Aufsicht, ohne Ahnung?
Und 'Gadget' antwortete: "Dies ist mein erster Ritus. Als Wolfsgeborener hatte ich es unter den Glaswandlern immer schwer, und ich fühlte mich bei ihnen nie heimisch. Aber sie sind mein Stamm, und ich verlangte geprüft zu werden wie einer der ihren. Natürlich versagte ich dabei kläglich. Meine Rückkehr war... schmachvoll. Ich wurde zwar nicht verstoßen, aber ich habe schnell verstanden, dass die anderen keinen Respekt mehr vor mir haben würden. Also ging ich zu meinem Septenführer und bat ihn mir eine andere Möglichkeit zu geben. Und er sprach ’Wandere, Gadget. Wandere weit und suche andere wie dich. Unterrichte sie, und finde ein Rudel. Dann sei Dein erster Ritus beendet.’"
Die Ältesten der Septe sammelten sich, und der Wächter der Septe gewährte ihnen Unterschlupf und Rast für einige Tage. Doch bereits nach wenigen Stunden kam der Ritenmeister zu ihnen und ihr erster Ritus begann, nach dem sie zu Cliath ernannt werden sollten.
"Welpen! Ihr habt eine große Dummheit begangen, als ihr allein und ungeschützt in die Welt hinausgingt. Und ihr habt keine Einsicht gezeigt, denn ihr wandert weiter. Und Du, 'Gadget', hast Deinen Ersten Ritus nicht zu Ende geführt, bevor Du zurückkehrtest. 'Gadget', lupusgeborener Philodox der Glaswandler, Dir wird die Aufgabe gegeben, als Vervollständigung Deines ersten Ritus, gehe in den Wald. Dort ist eine Höhle, von der aus seit langem der Gestank des Wyrm ausgeht. Geh und finde den Grund für diesen Gestank. Beseitige ihn, wenn Du kannst, und kehre dann hierher zurück. 'Twitch', 'Scarf' - Ihr werden ihn unterstützen. Wenn ihr diese Aufgabe GEMEISTERT habt - und nicht nur bewältigt - dann sollt auch ihr in den Rang von Cliath erhoben werden, und Eure Namen wählen. Und nun geht."
Sie zogen aus zu ihrem Ersten Ritus kampfbereit und voll Mut und folgten dem widerwärtigen Verwesungsgestank des Wyrm, bis sie an besagte Höhle kamen. Es stank so Ekel erregend, dass die drei Wölfe beinahe zusammengebrochen wären. Der Gestank war alt und modrig. Schließlich wagten sie sich in die Höhle. Gadget voran. Die Furcht ließ ihre Herzen laut pochen, doch kein Zaudern verzögerte ihren Schritt und kein Zittern lies ihre Haltung Angst und Schwäche verraten.
Plötzlich fing 'Gadget' an zu lachen. Er lag zuckend und lachend auf dem Höhlenboden, umgeben von Gestank nach Verwesung. Unter seinem Gelächter verstanden sie ein paar Worte:
"Weise sind die Uktena, weise und gnädig sind die Uktena, auch gerecht, aber uneigennützig sind sie sicher nicht."
Und er lachte weiter. Die Höhle war gefüllt mit altem Fleisch, Eingeweiden und anderem gerade noch Essbarem. Und sie brachten das Fleisch zu der Septe und berichteten. Wie es üblich ist ging der Ritenmeister zurück um ihre Aussage zu überprüfen, und als er zurückkam sprach er:
"Ihr habt den Ritus zu unserer Zufriedenheit erfüllt. Wir denken, dass ihr bereit seid, in den Rang eines Cliath erhoben zu werden. Aber ihr müsst uns beweisen, dass ihr kämpfen könnt."
In diesem Moment ließ 'Twitch' einen Furcht erregenden Schrei fahren:
"Was fällt Euch ein! Wir wandern als unerfahrene Welpen durch die Welt, töten unzählige Diener des Wyrm, nahmen jede Herausforderung und wuchsen daran, und IHR WAGT ES ZU BEHAUPTEN, WIR MÜSSTEN KÄMPFEN LERNEN?"
Die Älteste der Uktena lächelte ob dieser Darstellung von wildem, ungebändigten Zorn.
"Nein" sprach sie, "wir wollten nur wissen, ob ihr alles was Ältere Euch sagen blind annehmt. Dies war ein Test Eures Rudels und Eurer Weisheit. 'Gadget', 'Scarf', ihr könnt auf Eure Alpha stolz sein. Nichts kann Euch jetzt noch den Rang eines Cliath nehmen."

Mit Rang und Namen und den Geschenken der Geister im Herzen, zog das Rudel weiter. Sie zogen gen Süden. Doch nicht nur das Reine Land durchstreiften sie, sie bereisten auch die Lande der Weberin, die großen Menschenstädte. Und so kamen sie in die Stadt, die Scarf als die Stadt des goldenen Tores, die Stadt der Bucht-im-Nebel bezeichnete. Und während einer Kneipenschlägerei trafen sie auf einen jungen Garou, der seinen Namen und Ehre mit lauten Worten und harten Fäusten verteidigte.
Und er stellte sich ihnen vor: "Ich bin Zwei-Messer, Kind der Wölfe des Dreiviertelmondes, Cliath der Fianna!"
Auch erklärte er voll Stolz und auch ein wenig Trotz, weshalb er sich von den Seinen getrennt hatte:
"Wenn ich als Riesen-Wolfs-Mensch durch meine Gegner zimmere, dann kann ich die Messer nicht richtig benutzen. Da schlag ich doch Meterweit über die Köpfe rüber oder mach mir den Rücken kaputt! Nee, nee... Glabro ist perfekt für den Kampf!"
Und noch oft hatte er die Gelegenheit zu beweisen, dass er Recht hatte, wenn er mit seinen Messern unter die Feinde kam. Ihm folgte stets ein Regen von Blut und Körperteilen, als er die Verderbten in Fetzen riss. Und weil er in die Feinde stürmte, ohne Rücksicht auf eigene Verletzung und mit der Leidenschaft der Fianna, sprach 'Gadget':
"Nach der Aktion, Zwei-Messer, vergiss den Namen, den Dir andere Garou gegeben haben. Wir, als Dein Rudel, geben Dir einen neuen Namen. Von heute an bist Du bekannt als... Tank!"
Und der frischgetaufte 'Tank' lachte laut und sagte, er wird diesen Namen mit Stolz tragen.

In eben jener Stadt des Goldenen Tores sollten sie auch das fünfte Mitglied ihres Rudels finden. Sie trafen auf einen jungen Wolf, der laut fluchend durch einen der Stadtparks zog. Auf die Frage wer er sei, antwortete er nur:
"Ich bin... niemand mehr, bis ich mich bewiesen habe. Meine Feigheit im Kampf stößt mich aus, da ich nicht, wie es Art meines Stammes ist, wild in jede Schlacht stürze, sondern lieber die Geister zuerst schicke, um dann mit ihnen zu kämpfen. Aber ich war vorher Feuerstimme, wolfsgeborener Theurg, und Cliath der Nachfahren des Fenris!"
Und möge 'Scarf' mir den Vergleich verzeihen, aber ähnlich wie bei den Bremer Stadtmusikanten, die zu einander sagten:
„Komm mit uns etwas besseres als den Tod findest du überall!“ forderten sie auch ihn auf mit ihnen zu kommen.

Gemeinsam erlangten sie Ruhm und Ehre. 'Feuerstimme' brach bei fast jedem Kampf ein Talen, um einen Feuergeist zu befreien, und diesen mit einem einzigen Schrei, einem Wort der Macht, in die Schlacht zu befehlen. Und jeder der ihn sah wusste, dass er ein Herr der Geister ist. Immer verbrannten ihre Feinde, und immer wenn das Feuer loderte, stand der Theurge zwischen ihnen, und zeigte dem Feind den Zorn eines Nachfahren. Und so erhielt er von 'Gadget' den Namen 'Commander'. Und er nahm diesen Namen mit Stolz an, da er von seinesgleichen kam. Sie wanderten umher und trafen andere Septen, doch nie ein zuhause bei ihnen. Ein ruheloses Feuer trieb sie weiter. Sie wanderten und oft kreuzten die Diener des Zerstörers ihren Weg. Und jedes Mal schlugen sie unbarmherzig zu. Sie waren wie der brennende Wind der dem Inferno voraneilt. Schnell und tödlich.

Und wie sollte es anders sein, wer so kämpft erregt die Aufmerksamkeit der Geister. Und es erschien ihnen ein gigantischer Feuergeist, der zu ihnen sprach:
"Ihr seid Garou nach meinem Geschmack. In Euch brennt ein Feuer, das heißer ist als aller Zorn der Garou. Wenn ihr mir die Körper eurer Feinde als Opfer darbringt, so will ich Euch beistehen in der Schlacht, auf dass ihr unter die Verdorbenen fahrt, wie der Wind, und dass ihr sie verbrennt wie das Feuer in euch."
Die kampfgestählten Garou erkannten ihre Verwandtschaft mit dem Geist und der Bund ward besiegelt. Von diesem Moment an waren sie der "Brennende Wind". 'Twitch' erhielt von diesem Geist die Fähigkeit, die Gabe ihren Zorn mit ihrem Rudel zu teilen, und von diesem Moment an waren sie nahezu unaufhaltsam. Wenn sie in die Schlacht zogen, hörte man das Heulen von fünf Kriegern, den Zorn in der Stimme, und sie fühlten, wie ihr Blut zu brennen begann, und ihre Herzen und ihr Geist von der Wildheit des Zornes einer Roten Klaue erfüllt wurden. Wie Rachegeister stießen sie vor, oft in Schlachten die aussichtslos erschienen, aber sie haben alle überlebt.

Und sie reisten weiter durch die Lande und ihr Ruhm war groß. Sie waren die Feuerkrieger, der Brennende Wind. Und je mehr Ruhm sie in den unzähligen Schlachten sammelten, um so lauter wurde das Siegesgeheul, um so größer wurden die Siegesfeuer, die aus den Leichen ihrer Gegner genährt wurden, und um so lauter wurde der Kriegsschrei all derer, die mit ihnen kämpften, denn sie alle wurden von dem unbändigen Zorn der in ihnen loderte mitgerissen.

Doch Ruhm bringt nicht immer Weisheit und der Übermut macht blind. 'Twitch' hörte von einer gut bewachten Grube, und wollte sie ausnehmen. Das Rudel war weit ab von anderen Garou, mit Unterstützung konnten sie nicht rechnen. Und 'Scarf', der Ragabash nutzte die Gaben des Dunklen Mondes und schlich sich an.
Doch noch bevor er in die Nähe des Eingangs zur Grube kam stürzten Plagengeister auf ihn hinab. Und er tat was ein kluger Krieger tut in einer solchen Situation, gegen eine solche Übermacht: Er nahm die Beine in die Hand und floh.
Er kehrte zurück zum Bau seines Rudels und erfuhr, dass jemand Informationen geliefert hatte. In zwei Tagen würde die Grube schwach bewacht sein, und man könnte mit einer kleinen Gruppe eindringen. 'Commander' schickte direkt einen Geisterboten aus, der die umliegenden Septen informieren sollte. Doch sie würden mindestens drei Tage brauchen, bis sie ankamen.
'Scarf' ging zu seiner Alpha, zur mächtigen und weisen 'Twitch', die zu diesem Zeitpunkt bereits Adren war, und bat sie, den Angriff abzublasen. Zu klein zu schwach war das Rudel um dieser Übermacht zu trotzen. Selbst wenn der Feuergeist selbst auf dem Schlachtfeld stünde, würden sie verlieren.
Doch 'Twitch', sah nur den Ruhm, den sie sich verdienen könnte, mit diesem Kampf und war nicht bereit zuzuhören, warf ihm vor seine Pflicht als Garou nicht zu würdigen, nannte ihn feige und blind. Ein Streit loderte auf und der Zorn brannte so heiß in den beiden, Und 'Scarf' schrie:
"Wenn ihr wirklich kämpfen wollt, wenn ihr wirklich euer Leben wegwerfen wollt, nicht für Gaia, sondern für Euer Ego, dann tut das ohne mich!" und verließ den Bau.

Er wanderte ziellos umher lies den nebligen Wind sein Gemüt kühlen. Am zweiten Tag kehrte er zurück, wollte erneut versuchen, sie von dieser Dummheit zurück zu halten, hatte gute Argumente im Gepäck. Doch der Bau war verlassen. Und Scarf folgte der Spur seiner Brüder, seiner Schwester. Schon weit vor der Grube begann die Schneise der Zerstörung die der 'Brennende Wind' geschlagen hatte. Das Blut der Feinde düngte den Boden. Das Rudel hatte gewütet unter den Feinden und der Erdboden war ihr Zeuge.
Als 'Scarf' den ersten Feind sah übermannte ihn der Zorn, und er wandelte in Schlachtgestalt über das Feld, das Feuer und der brennende Zorn trugen ihn vorwärts. Tränen der Trauer und der Wut blendeten ihn als er sich durch die Mengen der Feinde kämpfte. Doch schon bald war der Punkt an dem er sich der Übermacht beugen und den Rückzug antreten musste. Er kam bis etwa 500 Laufschritte an die Grube heran, der 'Brennende Wind' kam weiter. Tränen der Verzweiflung brannten bitter in seinen Augen, denn er konnte nicht einmal Ihre Leichen bergen. Einen Tag später trafen die Kriegsrudel der Septen ein. Doch 'Scarf', gebeugt durch Trauer und Scham konnte ihnen nicht gegenübertreten und floh.
'Scarf' spürte das Feuer nicht mehr, so groß war seine Trauer. So unermesslich seine Scham, dass es ihm nicht gelang für seine gefallenen Freunde zu heulen. Und so zog er lange Zeit einsam als Verstoßener vor sich selbst umher. Suchte und tötete die Diener des Wyrm, und hoffte stets das Feuer erneut zu spüren und Vergebung zu finden. Mit jedem Tod den er brachte schrie er ihre Namen, widmete sein Tun seinem verlorenen Rudel. Und jeder Erschlagene wurde dem Feuer geopfert. Doch nie erlangte er die Vergebung, denn wisset, dass nur dem Vergebung zuteil werden kann, der zuerst sich selbst verzeiht.
Er wanderte durch die Welt, brachte Tod und Verderben über den Feind, und teilte seine Weisheit mit anderen Garou, doch nie fand er ein neues Rudel, denn kein Garou konnte dem Bild seines Herzens standhalten, kein Garou lies sich an seinem gefallenen Rudel messen.

Doch gegen seine Annahme war er nicht ganz allein. Nebel folgte ihm und beobachtete ihn. Eines Tages offenbarte er sich ihm und sprach:
"Folge mir, und fange mich. Wenn Du das schaffst, lernst Du etwas unglaublich wichtiges!" Und Scarf folgte dem Nebel von da an. Und Nebel führte ihn in das geteilte Land, das Land in dem die Nachfahren stark sind. Und er erfuhr von einer Moot. Und Nebel gab ihm zu verstehen, dass er teilnehmen solle. Es war die Moot zur Erntezeit der Septe des Weißen Schädels. Dort traf er auf einen Nachfahren des Fenris, Namens 'Cold Rain becalms the Rage', und als er hörte was dieser tat, wuchs Zorn in Scarf. Brennend im Zorn ging er zum Schrein der Gefallenen und weinte, heulte laut um seine Brüder und Schwestern, um alle Gefallenen, und um den brennenden Wind. Und als er trauerte spürte er wie die Glut entfacht wurde und das Feuer erneut aufloderte, ihn mit sich riss, ihn rein wusch und ihm Vergebung schenkte. Und die Geister seines Rudels berührten sein Herz und ließen ihn wissen, dass sie ihm nicht zürnten. Nun hat 'Scarf' die Vergebung gefunden, die er suchte und Nebel und Feuer sind seine Brüder und so läuft er allein als B'rennender Nebel'. Wer weiß wie lange noch, alleine…"


Vertraute Worte
Cliath der Kinder Gaias,
Galliard, bei den Menschen geboren,
Mitglied im Rudel "Der Ausgleich"
Kind von Einhorn






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